Montag, 7. September 2009

Unlust (Teil 2)

Dani und Ich besuchten einen Billard- und Glücksspiellocal. Ein Paradies für Spielsüchtige. Ein Dutzend Menschen die ihr Glück auf's Spiel setzen, anstatt ihren Tag mit Arbeiten zu verbringen oder einfach mal gemütlich Zuhause sitzen und die Frau beim putzen zugucken. Das hab ich jetzt natürlich nicht ernst gemeint, aber das mit dem putzen ist schon richtig. Wer hat den schon lust zu arbeiten?

Auf jeden Fall musste ich in knapp 1,5 Stunden arbeiten und wir betraten die Spielothek nachdem Dani seine türkische Pizza aufgegessen hatte.
An der Kasse wurden wir wie immer nicht erwartet. Die Bedienung saß im Hinterzimmer und hatte ein "dringendes" Telephonat. Da sie ja zwei Ohren hatte, realisierte sie, das potenzielle Kundschaft vor der Theke steht und blickte kurz um die Ecke. Sie tuschelte noch was ins Telephon und legte auf.

ICH: "Ey, Dani! Ich kenne sie von irgendwoher..."
DANI (ironisch) : "Ja? Echt?"
ICH: "Ja, ich glaube aus der Schule."

Eine junge Dame stand vor uns. Ein weißes Hemd, gelb-schwarze Weste und Samthose hatte sei an. Die normale Uniform für Leute die was werden wollen, es aber nie sein werden.

BEDIENUNG: "Hallo!"
ICH: "Hi! Ist Billard gerade frei?"
BEDIENUNG: "Ja... Ich brauche 6 Euro Pfand, Bitte."
DANI: "Sechs Euro? Gut..."
ICH: "Sag mal... Ich kenne dich woher. Du warst mit mir in einer Klasse, oder? O-Stufe.
Ilona, richtig?"
BEDIENUNG: "Ja... Ich kenne dich auch. Robert, oder so..."
ICH: "Jo! Du warst du die mit... Eiskunstlauf und so, oder?"
BEDIENUNG: "Ja... Und jetzt bin ich hier gelandet."

Ende.
Wie ein Satz mich Sprachlos machte. Sämtliche dinge gingen mir durch den Kopf. Was wohl passiert ist? Hatte sie einen Unfall? Falsche Freunde? Oder hat die Einhalle zugemacht?

ICH: "Hmm... Ich fand sie früher mal ziemlich hübsch..."
DANI: "Wer? Die?"
ICH: "Jo..."
DANI: "Na... ja..."
ICH: "Früher!!"
DANI: "Ja, ist klar..."

Die Unlust, die mich den ganzen Tag auf die Nerven ging ignorierte mich inzwischen. Keine Meldung von Herrn Unlust. Doch das sollte sich ändern.

ICH: "Du, ich hab heute irgentwie keine Lust in den Park zu gehen."
DANI: "Tja... Muss du ja nicht."
ICH: "Hmm... Kommst du mit?"
DANI: "Nee. Ich treffe mich nachher mit Shannon und Pascal."
ICH: "Och nööö... Ich meine... Park... Was soll ich da?"
(Park ist eine "Diskothek" wo wir gerne mal hingehen, wenn wir nichts zutun haben.)
DANI: "Joa... Das Geld kannst du ja dann auch sparen."
ICH: "Hmm... Jo. Dann rufe ich nachher mal Kasi an und sag, dass ich heute nicht anwesend sein werde."


UNLUST: "Na... Hast du mich vermisst?"
ICH: "DU?? Du hast meine Lust auf Park genommen."
UNLUST: "Uiii!! Du bist aber schlau. Ich hab doch gesagt, dass du es bereuen wirst. Und das schöne ist, dass du schon vier Leuten zugesagt hast."
ICH: "Du mieses..."
UNLUST: "Na... Keine Kraftausdrücke. Sonst nehme ich dir auch noch die Lust zum Fluchen. Und das machst du doch so gerne, wenn du dich an Pfannen verbrennst oder etwas fallen lässt."
ICH: "Ja? Ok... Du wirst sehen. Ich habe auch noch einpaar Tricks wovon du nichts weiß."
UNLUST: "Und was soll das sein? Ich bin in dir! Ich weiß was du denkst. Was du fühlst. Ich kann dir alles kaputt machen. Und das ist nicht das erste Mal das ich das mache."


Meine Gedanken waren leer.
"Heute wirst du Haushoch verlieren" hatte Dani mir noch gesagt, bevor wir das erste Spiel spielten. Schon am Anfang, war die schwarze Acht sehr nah am Eckloch und wurde Dani zum Verhängniss. "Oh... Gewonnen!" Dachte ich im stillen. Die zweite Runde gewann ich auch. Und die Dritte.

DANI: "Hmm... Klappt heute irgendwie nicht. Hab ja auch nicht meinen eigenen Quere."
ICH: "Ja ja... Ausrede!"

Die vierte Runde ging dann endlich auf Dani. Wir räumten schnell ab und verabschiedeten uns von der Bedienung. Wir unterhielten uns noch über einpaar Dinge. Machten kleine Scherze und diskutierten meinen Beziehungsstatus aus.

DANI: "Sie ist doch eigentlich ziemlich süß. Ich würde eher Sie nehmen als die Andere.
ICH: "Naja... Ich weiß nicht. Ich hab kaum Zeit und das wird eine Katastrophe, wenn sie nicht akzeptiert, dass ich an unpassenden Momenten arbeiten muss. Ich brauche eine, die Verständniss hat und sagt: "Wenn mich jemand fragt, ob ich jemanden kenne, der lange arbeitet, dann sage ich immer: Mein Freund."
DANI: "Ja... Das ist dein Problem."

Dani besuchte seine Freundin in einem Kleidergeschäft um T-Shirts anzuprobieren. Ich wünschte ihm viel Spaß und wir verabschiedeten uns.

Die Arbeit war gut. Es wurde viel gegessen, wir hatten zutun. Auf dem Weg richtung Mülleimerstation (ist etwas weiter weg), besuchte ich Lea im Sushiladen.

ICH: "Hey, Hi! Hab nicht lange Zeit. Ich wollte sagen, das ich wohl nicht in den Park gehe."
LEA: "Wie? Warum nicht?"
ICH: "Ich habe die Unlust."
LEA: "Die Unlust?"
ICH: "Jap... Und außerdem muss ich mir meine neue Arbeitsstelle angucken... Um zwölf."
LEA: "Hmm.. Ja, dann lass uns doch was anderes machen."
ICH: "Ja, denkt euch was aus und ruft mich an. Hab nicht lange Zeit. Muss noch arbeiten."

Ich spürte, wie die Unlust in mir leicht zuckte. Doch es sagte nichts.
Überraschenderweise bekam ich um 22.00 Feierabend und ich telephonierte mit dem Geschäftsleiter, dass er doch kommen soll und mir meinen neun Arbeitsplatz zeigen muss.
Er war in Nullkommanichts da und befahl mir, um die Ecke zu kommen, wo er mich schon erwartete. Wir fuhren zum besagten Arbeitsplatz und guckten uns die Küche an. Ich hatte noch nie so viel Platz in der Küche gehabt wie da drin. Einpaar Studentenköche begrüßten mich mit einem herzlichen Kopfnicken und einpaar waren so freundlich und begrüßten sich mit Namen.
Wir saßen noch draußen und Diskutierten über Köche, Hygiene und Essen. Bis...

LEA: "Hey... Du bist doch um zwölf Uhr in deinem neuen Arbeitsplatz, oder?
ICH: "Nee... Jetzt!"
LEA: "Wie? Dann hast du früher Feierabend gemacht?"
ICH: "Nein... Bekommen."
LEA: "Ach so! Ja. Wir habe es jetzt halb 12 und Gesa holt uns um 12 ungefähr ab. Ruf mich dann an, wenn du da fertig bist, Ok?"
ICH: "Ok, mache ich. Tschuuuß!"

Als ich auflegte, wurde ich auch schon zum gehen aufgefordert. "Perfekt!" Dachte ich.


ENDE TEIL 2

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